Wie man Design Thinking für Digitalisierungsprozesse nutzen kann

Wie man Design Thinking für Digitalisierungsprozesse nutzen kann

Juli 13, 2020

Sie kennen das vielleicht. Digitalisierung und digitale Transformation sind in aller Munde. Ganz klar, ein Unternehmen muss digital sein, um wettbewerbsfähig zu sein und diesen Zustand zu erhalten. Das Ziel ist also klar. Zumindest einigermaßen. Denn es bleiben noch einige Fragen offen: In welchem Umfang soll die digitale Transformation umgesetzt werden? Reicht es aus, sich zunächst um die interne Infrastruktur zu kümmern? Oder nimmt man sich gleich ambitioniertere Ziele vor, wie z.B. eine Smart Factory? Wie realisiert man die definierten Ziele? Da die meisten Unternehmen kaum oder wenig Erfahrung in diesem Bereich besitzen, ist es oft sinnvoll, sich Unterstützung von extern zu holen.

Design Thinking – Heterogene Teams

Eine Technik, gemeinsam eine Lösung zu finden, ist die des Design Thinkings. Was macht Design Thinking so besonders? Man kann diese Methode zur Lösung von komplexen Problemen in allen Lebensbereichen anwenden. Am Innovationsprozess sind heterogene Teams bestehend aus 5-6 Personen beteiligt, möglichst aus verschiedenen Abteilungen. Umso heterogener die Teams sind, umso unterschiedlicher sind die Denkweisen, wenn z.B. die Ingenieurin, der Kreativmensch und der Controller zusammen brainstormen. Diversität sollte bei der Zusammenstellung der Teams unbedingt berücksichtigt werden.

In den Design Thinking Workshops wird das neu gegründete Team von einem methodisch ausgebildeten Design Thinking Coach begleitet. Der Design Thinking-Prozess durchläuft 6 Phasen, wobei jede iterativ ist. Vereinfacht ausgedrückt: Man entwickelt etwas, testet oder beobachtet diese These/ diesen Prototyp in der Praxis und kehrt mit den neuen Erkenntnissen wieder zum letzten Schritt zurück.

Design Thinking Prozess (Quelle: HPI Academy)

Phase 1: Verstehen

In Phase 1 wird das genaue Problem definiert. Für welches Problem benötigen wir eine Lösung? Die Mitglieder des Teams sammeln möglichst viele Informationen und werden zu Sofortexperten.

Phase 2: Beobachten

Das neu gegründete Team begibt sich direkt an den Ort des Geschehens und beobachtet dort den Nutzer im Arbeitsalltag. Dabei ist von Bedeutung, dass die Beobachtungen unvoreingenommen erfolgen. Das ist eine der Besonderheiten, die Design Thinking von herkömmlichen Arbeitsweisen unterscheidet, die Überlegungen werden stets in der Praxis validiert.

Phase 3: Sichtweise definieren

Welche Insights sind bis dato gewonnen worden? Die Erkenntnisse werden gebündelt.

Phase 4: Ideen finden

In dieser Brainstormingphase ist alles erlaubt, mittels Gedanken werden Raketen gestartet und Luftschlösser gebaut. Egal wie wild, wie unkonventionell, wie ungewöhnlich- jede Idee ist willkommen, soweit sie dem Nutzer hilft, die tägliche Arbeit besser, sicherer oder effizienter zu erledigen.

Phase 5: Prototypen entwickeln

Anschließend werden aus den überzeugendsten Ideen Prototypen gebaut.

Phase 6: Testen

In der letzten Phase wird der entwickelte Prototyp live vor Ort getestet, direkt beim Nutzer. Dieser entscheidet letztendlich auch, ob der Prototyp in Serie geht oder nicht. Denn ungeachtet dessen, wie sehr das Projektteam den Prototypen favorisiert, im Zentrum aller Überlegungen steht der Nutzer. Ist dieser von der Handhabung des Entwurfs nicht überzeugt, ist das Problem nicht gelöst. Man scheitert also früh, kann aber dann wieder zu einer der vorherigen Phasen zurückkehren und neu überlegen.

 

Wie lässt sich Design Thinking für Digitalisierungsprozesse nutzen?

Design Thinking Dr. Silke Mueller

Dr.Silke Müller leitet die Design Thinking Workshops bei Yokogawa

Dr.Silke Müller, selbst Design Thinking Coach, bietet Design Thinking Workshops an, bei denen sie Kunden auf dem Weg in die digitale Transformation unterstützt. Sie erklärt worauf man speziell im Bereich der Digitalisierung achten sollte:

„Gerade im Bereich der Digitalisierung sollte man sein Augenmerk darauf richten, dass Menschen als Individuen mitgenommen werden. Die Technik des Design Thinkings stellt den Nutzer stark in den Mittelpunkt. Was hat der Nutzer für Bedürfnisse? Wo liegen seine Schwierigkeiten? Das praktische Vorgehen ist iterativ: Man beobachtet und registriert, wo die Tücken bei der alltäglichen Arbeit liegen. In einer Anlage schaut man sich beispielsweise die Arbeitsweise von Operators an, was machen diese tatsächlich? Was hilft ihnen im Tagesgeschäft? Daraufhin werden Lösungen in Form von Prototypen entwickelt. Diese werden den Nutzern demonstriert und es wird ein Feedback eingeholt, inwieweit der Prototyp für ihre tägliche Arbeit hilfreich ist. Wie ist die praktische Anwendung des Prototyps? Was fällt leicht, was eher weniger? Was können wir verbessern? Das Erstellen des Prototyps dient dazu, die erarbeitete Lösung in der Praxis zu proben und ggfs. bereits frühzeitig zu scheitern, d.h. bevor Unmengen von Geldern investiert worden sind.“

Denn Scheitern ist während des Design Thinking Prozesses völlig in Ordnung. Man kann neue Wege ausprobieren, jenseits der festgefahrenen Pfade. Durch Ausprobieren, Anwenden, Erfahren und Erleben entstehen neue, innovative Lösungen. Gerade im Bereich der Digitalisierung gibt es noch viele unbekannte Variablen, sowie viele Ressentiments seitens der Angestellten. Design Thinking kann eine Lösung sein, Schritt für Schritt Licht ins Dunkel zu bringen und die Möglichkeiten der Digitalisierung umzusetzen, Prozesse zu optimieren und den Menschen als Individuum dabei mitzunehmen.

Genug der Theorie? Sie möchten einen Design Thinking Workshop in Ihrem Unternehmen durchführen? Dann melden Sie sich gleich für einen Workshop auf unserer Seminarseite an. Frau Dr.Müller freut sich schon auf Sie!


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