Eine kurze Geschichte über Strukturen

Eine kurze Geschichte über Strukturen

Dezember 4, 2019

Was erwarten Sie als Anlagenbetreiber/Besitzer von ihrem Automatisierungssystem?

Anlagenstrukturen wurden im Laufe der Zeit, getrieben durch Anlagenbetreiber/Eigentümer immer weiter standardisiert. Die Normenreihe ISA-106/95/88 spiegelt das sehr gut wieder. Das Ziel ist klar: Gut strukturierte Anlagen haben immense Vorteile bei der Planung, Errichtung, Inbetriebnahme und beim Betrieb.

Ist doch logisch, oder? Wir alle wissen, dass wir gerne Dinge wiederholen. Es gibt keine oder eine verkürzte Lernkurve und wir fühlen uns von Anfang an wohl. Dinge die wir kennen sind bewährt und wir fühlen uns sicher. Deshalb halten wir uns an Routinen. Die Vorteile im Engineering liegen auf der Hand. Es ist effizient, wiederkehrende Anwendungen ohne zusätzlichen Aufwand mehrfach zu nutzen. Zeit- und Kosteneinsparungen sind enorm.

Klare Strukturen und Objektorientierung ermöglichen die einfache Inbetriebnahme und Durchführung von Änderungen.

Im Lebenszyklus einer Anlage besteht immer Verbesserungspotenzial durch Erfahrung im laufenden Betrieb, so dass sich unterschiedliche Betriebsarten der Anlage beim An- und Abfahren sowie für verschiedene Produktlinien herausbilden.

Basierend auf diesen Betriebsmodi können Assistenzsysteme automatisiert werden. Die beste Grundlage dafür die richtige Struktur im Automatisierungskonzept.

Was hat das ganze jetzt mit dem Automatisierungssystem zu tun? Als Anlagenbetreiber/Eigentümer sind Sie nicht primär daran interessiert, welches System ihre Anlage steuert. Sie erwarten nur, dass Sie ihre Anlagenstruktur im Automatisierungssystem wiederfinden. Und ganz ehrlich, die meisten Automatisierungssysteme unterstützen gängige Anlagenstrukturen verschiedener Industrien und Normen.

ISA Strukturen

Der nächste Schritt in der modulbasierten Automatisierungstechnik?

Die Umsetzung von industriellen Anlagenstrukturen in der Automatisierungstechnik ist also seit Jahren verfügbar. Es können Strukturen für ganze Anlagen erstellt werden, beginnend mit dem Site Level bis hinunter zur Geräte- oder Steuermodulebene. Eines der Hauptmerkmale, das modulbasierte Engineering, ermöglichte die Verwendung von Parent-Child-Beziehungen auf Modulen, so dass sie in der Engineering Library verwaltet und organisiert und später vererbt werden können, wenn der Parentteil geändert wurde.

Aber reicht das? Nach den ISA-Anlagenstrukturmodulen (Abbildung 1) reicht es nicht aus, nur Module bereitzustellen, um alle oben genannten Vorteile zu nutzen. Für alle Anwendungsfälle und die Flexibilität im Lebenszyklus einer Prozessanlage ist eine Gruppierung dieser Module erforderlich. Eine Gruppenmodulfunktion (auch Unit Library) kann in der Bibliothek entworfen und konfiguriert werden (siehe Abbildung unten). Die gesamte Master Unit kann mit nur wenigen Mausklicks auf eine oder mehrere reale Units instanziiert werden. Die Klassenmodule in der Einheit werden aus der bestehenden Klassenmodulbibliothek übernommen und folgen dem gleichen Parent-Child-Modell.

Fassen wir zusammen. Mit der „Group Module“ Funktion erreicht die Standardisierung der Anlagenstruktur eine neue Ära. Ganze Units können auf einfache Weise grafisch erstellt, instanziiert und aktualisiert werden und eine echte Standardisierung wird möglich. Das Kopieren von Einheiten innerhalb einer Anlage oder sogar in eine andere Anlage kann per Drag & Drop erfolgen. Das Ändern von Instanzen ist ebenfalls einfach, indem der Instanz zusätzliche Module hinzugefügt werden.

Strukturen ISA 2

Yokogawa hat die Group Module Funktion in die modulbasierte Automatisierungsplattform AD Suite mit der Version R1.07 implementiert.

Möchten Sie mehr darüber wissen? Lassen Sie es mich gerne wissen! Ich freue mich auf eine Diskussion mit Ihnen auf diesem Blog. Zögern Sie nicht, uns Ihre Meinung mitzuteilen!

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